Bestehende Aussenwände

Bei vor 1975 gebauten Häusern fehlt in der Regel eine Wärmedämmschicht. Typische Konstruktionen aus dieser Zeit sind Bruchstein- oder Backsteinmauerwerk mit Verputz und Zweischalenmauerwerk mit Luftzwischenraum. Die U-Werte dieser Konstruktionen liegen zwischen 0.8 W/m2K und 1.2 W/m²K (zum Vergleich: Eine gute Neubau-Aussenwand liegt unter 0.2 W/m²K). Wegen des ungenügenden Wärmeschutzes und der zu geringen Luftzirkulation bestehen häufig Probleme mit Ober- flächenkondensat, welches graue Ecken zur Folge hat. Zudem ist die Behaglichkeit während der Heizperiode in diesen Räumen schlecht, weil die Oberflächentemperatur der Aussenwände weit unter der Raumtemperatur liegt.

Innen- oder Aussendämmung?

In der Regel wird die Dämmschicht aussen auf die Fassade angebracht. Eine Innendämmung darf nur nach sehr sorgfältiger Planung unter Beachtung aller bauphysikalischen Einflüsse (Wärmebrücken durch Decken, Innenwände usw.) realisiert werden. Bei unsorgfältiger Ausführung kann Oberflächenkondensat entstehen, welches häufig zur Bildung von Schimmelpilzen führt.

Wärmebrücken beachten

Als Wärmebrücken werden Schwachstellen in der Wärmedämmung des Gebäudes bezeichnet. Solche Unterbrüche der Wärmedämmung müssen vermieden werden. Folgende Details sind bei der Planung einer Aussenwand-Dämmung deshalb besonders zu beachten:

  • Durchlaufende Balkonplatten.
  • Anschluss an die Fenster.
  • Anschluss an das Terrain bzw. Anschluss an die Kellerdeckendämmung.
  • Anschluss an das Dach bzw. die Estrichbodendämmung.

Bei bestehenden, betonierten Balkonplatten ist die wärmetechnisch beste Lösung: Abtrennen und Aufbau einer statisch neu abgestützten Balkonkonstruktion. Dabei bietet sich die Chance, die meistens ungenügende Balkonbreite zu vergrössern.

Unser TIPP

  • Empfohlene Dämmstärke für die Aussenwand-Dämmung: 16 - 20 cm.
  • Wärmebrücken beachten.
  • Wenn möglich zusammen mit dem Fensterersatz ausführen.
  • MINERGIE-Modul für Aussenwände verwenden (U-Wert maximal 0.15 W/m²K).